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Schreibtipp Nr. 6 – Der verbindliche Bindestrich

Das mit dem Bindestrich ist so eine Sache. Oder ist es der Binde-Strich? Auch erfahrenen Texter*innen fällt es oft schwer, Bindestriche korrekt zu setzen. Darauf müssen Sie achten:

  • Der Bindestrich hebt hervor, wenn Elemente besonders betont werden sollen: z. B. Ich-Sucht
  • Bindestriche dienen der Übersichtlichkeit. Worte wie «Flüssigwasserstofftank», bei welchen die Leserschaft automatisch den Fokus verliert, trennen Sie besser: Flüssigwasserstoff-Tank. Geläufige Worte wie «Bestsellerliste» dürfen Sie Ihrer Leserschaft aber getrost zutrauen. WICHTIG: Trennen Sie nur beim sogenannten Hauptsinn-Einschnitt, also nicht «Flüssig-Wasserstofftank»
  • Einen Bindestrich setzen Sie, wenn in einem zusammengesetzten Substantiv drei gleiche Vokale aufeinandertreffen: Tee-Ei. Hingegen wird kein Bindestrich gesetzt, wenn in einem zusammengesetzten Adjektiv drei Vokale nacheinander folgen: z. B. schneeerhellte Berge
  • Bei Ziffern wird der Bindestrich in Kombination mit Wörtern eingesetzt: 20-seitig, 13-jährig, 5,5-prozentig. Hingegen folgt bei Zusammensetzungen mit Endungen kein Bindestrich: z .B. die wilden 70er, das 20fache
  • Der Bindestrich kann Missdeutungen vermeiden, wenn auf den ersten Blick die Bedeutung nicht durchschaubar ist: «Streik-Ende» oder «Streikende», aber auch «Druck-Erzeugnis» oder «Drucker-Zeugnis»
  • Zweiteilige Anglizismen wie zum Beispiel «Social Media» sollten mit einem Bindestrich «durchgekoppelt» werden, sobald ein weiteres Wort hinzukommt: Social-Media-Strategie.
  • Auch bei Abkürzungen wird gekoppelt: MFZ-Kontrolle, CO2-Konzentration

Kein Bindestrich wird bei Wörtern mit sogenanntem Fugen-S gesetzt. Denn das «s» in «Entwicklungshilfe» dient bereits als Verbindung.

Extratipp: Bindestriche ( – ) sind keine Gedankenstriche ( – )! Verwenden Sie also nur den kurzen Strich.