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Gute Texte schreiben wir (nicht) über Nacht

Home-Office und Kinderbetreuung bekommen dieser Tage eine ganz neue Dimension. So auch bei uns: Während wir zu Hause Kaffeetassen jonglieren, mit den Zehen Bauklötze stapeln, auf Lautsprecher telefonierend den Kleinkindern hinterherhetzen und dabei auch für unsere Kundinnen und Kunden in die Tasten hauen, wird unsere Multitasking-Fähigkeit ganz schön gefordert.

Ein guter Text benötigt Zeit und Konzentration, der schreibt sich eben nicht einfach über Nacht. Oder etwa doch? Auf jeden Fall schlafen dann die Kinder – mindestens im Idealfall – und man kann dem Klischee des Home-Office in Wollsocken auf dem Sofa frönen. Viele gelungene Texte sind bei uns – auch schon vor der Home-Office-Ära – mitten in der Nacht entstanden. Egal zu welcher Tageszeit, wir zeigen Ihnen, auf was es beim Schreiben ankommt.

1. „Einfach“ besser schreiben

Je besser Menschen über ein Thema Bescheid wissen, desto mehr Fremdwörter brauchen sie beim Schreiben. Adressiert man damit Fachexperten, mag das stimmig sein. Für die breite Masse oder für eine Kundengruppe, die (noch) keine Experten sind, braucht es kein Fachchinesisch. Führen Sie sich vor Augen, wer Ihre Zielgruppe ist, schreiben Sie einfach und verständlich.

2. Denken Sie an einen Goldfisch

Die Konzentration eines Lesers nimmt bereits nach wenigen Sekunden ab. Gewissen Studien zufolge soll der Mensch sogar eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne als ein Goldfisch hat. So dramatisch ist es in Wirklichkeit natürlich nicht, aber trotzdem: In der Kürze liegt die Würze. Kommen Sie auf den Punkt und schreiben Sie nicht lange um den heissen Brei herum.

3. Klein wird bei uns gross geschrieben

Verzichten Sie darauf, Verben und Adjektive zu Hauptwörtern zu machen. Viele Nomen klingen auf den ersten Blick vielleicht wahnsinnig schlau, sind sie aber nicht. Sätze werden dadurch nicht schöner und Aussagen nicht klarer. Verwenden Sie möglichst wenige Wörter, die auf -ung, -heit oder -keit enden. Verwenden Sie Verben und treffende Adjektive, um Ihrem Text Leben einzuhauchen.

4. Ohne Punkt, dafür mit Komma

Kennen Sie Schachtelsätze? Das sind diese furchtbaren Gebilde, die mithilfe von unzähligen Einschüben und Nebensätzen versuchen, so viele Informationen in einen Satz zu packen, wie nur irgend möglich und dabei den Leser, der sich gerade einen neuen Kaffee eingeschenkt hat, komplett vergessen lassen, worum es beim Anfang des Satzes überhaupt ging. Haben Sie es gemerkt? Setzen Sie also lieber mal einen Punkt. Durchatmen. Und denken Sie an den Goldfisch.

5. Wer nicht fragt, bleibt dumm

In Medienmitteilungen, Produktinformationen oder auch auf Ihrer Webseite ist es zentral, dass Sie Ihren Leserinnen und Lesern schnell einen Überblick verschaffen, worum es geht. Überlegen Sie sich bei solchen Texten, ob Sie die sechs W-Fragen bereits in den ersten Sätzen beantworten können. Insbesondere in einer Medienmitteilung sollten die sechs W’s bereits im Lead geklärt werden.

6. Seien Sie aktiv!

Passivkonstruktionen können in gewissen Fällen sicher sinnvoll sein. Passive Formulierungen verschlucken jedoch immer den Akteur einer Handlung und das wiederum macht Sätze träge und unnötig kompliziert. Schreiben Sie lieber „Wir verkaufen diese Produkte“ statt „Diese Produkte werden durch uns verkauft“. Die aktive Sprache ist lebendiger, konkreter und viel angenehmer zu lesen.

7. „Smart“ schreiben ist nicht schlau

Während wir mit dem Laptop surfen und auf dem Smartphone Meetings canceln, vergessen wir oft den deutschen Sprachgebrauch. Zugegeben, gewisse Anglizismen sind zeitgemäss. Seien Sie aber bitte zurückhaltend im Gebrauch und überlegen Sie sich stets, ob das deutsche Wort den Text nicht besser verständlich macht – dann haben Sie auch vom Feeling her ein gutes Gefühl.

8. Es war einmal ein kleines Plusquamperfekt…*

…das suchte in einem schönen Text verzweifelt nach seinem Präteritum. Doch es fand nur das Präsens. Das war zwar auch ganz nett, aber so richtig verstanden, haben sich die beiden leider nicht. Viele Schreiber tendieren dazu, in den Zeiten hin- und herzuspringen. Die meisten Texte stehen in der Gegenwartsform oder im Präteritum. Wichtig ist, dass Sie bei Ihrer gewählten Zeitform bleiben und die Kombinationen richtig verwenden.

9. Ein bisschen Ordnung muss sein

Egal, wie spannend und verständlich Ihr Text ist und ob Sie die Satzzeichen am richtigen Ort gestreut haben: Ihr Text braucht auf jeden Fall eine Struktur. Wählen Sie einen treffenden und knackigen Titel, der zum Weiterlesen animiert. Geben Sie Ihrem Text einen Vorspann, der kurz und knapp zum Text überleitet und sagt, worum es geht oder einen Spannungsbogen aufbaut. Überlegen Sie sich dann gut, wie Ihr Text an Fahrt gewinnen soll. Der erste Satz ist die halbe Miete! Benutzen Sie zur Gliederung Ihres Textes Zwischentitel und helfen Sie damit Ihren Lesern, sich zu orientieren.

10. Und zu guter Letzt

Kontrollieren Sie die Rechtschreibung Ihres Textes, ersetzen Sie Wortwiederholungen durch Synonyme und prüfen Sie nochmals die Lesbarkeit. Hier haben wir ein paar hilfreiche Links für Sie zusammengetragen:

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre Texte aussagekräftig und spannend zu gestalten. Wir finden die perfekten Worte für Ihren Text, verleihen ihm den letzten Schliff oder zeigen Ihnen in einem Workshop oder Webinar, wie Sie es selbst (fast) genauso gut können.