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Gendergerechtes Formulieren: So geht’s!

Das Thema gendergerechte Sprache ist zurzeit in aller Munde. Diskutiert wird nicht nur «ob überhaupt» und «wenn ja, wie», sondern auch der konkrete Nutzen davon.

Uns ist wichtig, gut lesbare und inkludierende Texte zu verfassen. Dabei gibt es aber keine Universallösung: die beste Schreibweise ist je nach Medium, Kund*innen oder Zielpublikum unterschiedlich. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim gendergerechten Formulieren achten sollten.

Paarformen nennen Frauen und Männer im Text explizit. Dabei gibt es vier verschiedene Varianten:

  • Die Langform: Die Kundinnen und Kunden
  • Mit Schrägstrich und Ergänzungsstrich: die Kund/-innen.
  • Mit Schrägstrich ohne Ergänzungsstrich: die Kund/innen.
  • Mit dem Binnen-I: Die KundInnen

Aber Achtung: Überprüfen Sie mit der Weglassprobe, ob eine Kurzform korrekt gebildet wird. «Der/die Mitarbeiter/in» ist korrekt, «der Studenten/innen» hingegen ist grammatikalisch falsch.

Genderstern, Doppelpunkt und Gender-Gap haben den Vorteil, dass sie für die geschlechtliche Vielfalt stehen und damit nicht nur Frauen und Männer, sondern auch non-binäre Menschen oder Transgenderpersonen ansprechen. Achten Sie aber darauf, die unterschiedlichen Genderzeichen nicht im gleichen Text zu mischen, sondern bleiben Sie bei einem.
Beispiel: Die Kund_innen

Geschlechtsabstrakte oder neutrale Ausdrücke sind einfach einzusetzen. Mit «die Mitarbeitenden» «die Menschen oder «mit dem Mitglied» inkludieren Sie alle. Beachten Sie aber auch, dass die übermässige Verwendung solcher Ausdrücke unpersönlich wirken kann.

Überbegriffe wie «Team» oder «Kundschaft» meinen alle genauso mit wie substantivierte Adjektive. Mit den «Teilnehmenden oder «Besuchenden» sprechen Sie alle Menschen gleichermassen an. Aber auch hier gilt: alles in Massen, nicht in Massen.

Bei Stellenausschreibungen: Tätigkeit statt Funktion. Verwenden Sie anstelle von «Wir suchen einen Leiter Administration» den Ausdruck: «Wir suchen eine Leitung Administration».

Und noch ein Tipp zum Schluss: Es ist einfacher und besser lesbar, in der Mehrzahl zu gendern als in der Einzahl: «die Besucher*innen» statt «der*die Besucher*in». Für Unternehmen empfehlen wir zudem, das Unternehmens-Wording um ein «Wie richtig gendern» zu ergänzen, um den Mitarbeiter*innen zu erklären, welche Variante bevorzugt wird und um eine einheitliche Sprache zu gewährleisten.

Schauen Sie doch mal auf der Website unserer Kundin, der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt vorbei: Unter www.gleichgestellt.ch finden Sie wertvolle Empfehlungen, wie Sie im Alltag richtig gendern.